Energieberater und Architekt Friedhelm Birth erläuterte am 28.04.2026 beim Energietreff der Stadt Ronnenberg, was es heißt, ein Gebäude zu sanieren. Aus seiner langjährigen Berufserfahrung gab er zahlreiche praktische Sanierungsbeispiele für Einfamilienhäuser, Reihenhäuser und Mehrfamilienhäuser. Außerdem nutzten die Teilnehmenden rege die Möglichkeit, ihre persönlichen Fragen zu stellen.
Herr Birth betonte, dass es immer wichtig ist, ein Gebäude ganzheitlich zu betrachten:
Welche energetischen Qualitäten müssen mindestens eingehalten werden, um den gesetzlichen Anspruch zu erfüllen?
Was kann maximal gemacht werden, um langfristig CO2 einzusparen und die laufenden Kosten gering zu halten?
Soll nur ein Bauteil saniert werden oder ist absehbar, dass in wenigen Jahren weitere Maßnahmen anstehen? Wie können dann die Maßnahmen aufeinander abgestimmt und vorbereitet werden?
Insbesondere bei Bestandsgebäuden geht er besonders sorgfältig vor:
Gibt es Altlasten, wie z.B. Asbest (in Bodenbelägen und Klebern, Fensterbänken, Fliesenklebern, Rohleitungen etc.), die zuerst beseitigt werden müssen?
Liegen Bauschäden vor (Feuchteschäden, wie z.B. Hausschwamm)?
Kann das Dach die Lasten einer Dachdämmung und ggf. zusätzlichen PV-Anlage tragen oder muss es statisch verstärkt werden?
Bei Reihen- und Doppelhäusern: Wie sind die Anschlüsse zu Nachbargebäuden bei nachträglicher Aufdopplung mit Dämmung möglich und wie wird der Brandschutz gewährleistet?
Können alte Bauteile nachgerüstet werden (z.B. Haustüren mit Dichtung und einer absenkbaren Dichtung (auch Kältefeind genannt) oder Holzfenster mit neuen Dichtungen und einer guten 2- oder 3-fach-Verglasung)?
Welche Heiztechnik mit ggf. erneuerbare Energien (z.B. Photovoltaik) sollen verbaut werden?
Ist das Gebäude am Ende der Sanierung so gut gedämmt und Luftdicht gemacht worden, dass der Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sinnvoll ist?
Zur Qualitätssicherung während der Bauphase empfiehlt Herr Birth, eine*n Fachberater*in hinzuziehen. In solchen Fällen hat er schon manche Panne rechtzeitig erkennen und gemeinsam mit den anderen am Bau Beteiligten beheben können. Zur Suche nach einem geeigneten Energieeffizienz Experten gelangen Sie hier:
Außerdem hat Herr Birth gute Erfahrungen damit gemacht, zwei Mal während des Sanierungsprozesses einen Luftdichtheitstest (auch Blower-Door-Test genannt) ausführen zu lassen. Einmal nach Einbau der luftdichten Schicht, bevor z.B. das Dachgeschoss von innen verkleidet wird. Und ein zweites Mal am Ende der Sanierung.